Zustimmung ohne Erinnerung
Die Zustimmung liegt vor wie eine Unterschrift ohne Hand. Sie taucht auf, sobald nach ihr gefragt wird, und war vorher nicht im Blick.
Im Ablauf ist ein Moment markiert, aber ohne Szene: kein Gespräch, kein Blickkontakt, kein Satz, der hängen blieb. Nur die Folge: Zugang gewährt, Weiterleitung erlaubt, Verwendung freigegeben.
In den Spuren: ein Häkchen, ein Datum, eine knappe Bestätigung. Der Text der Zustimmung wirkt vertraut, als hätte er immer dort gestanden. Niemand erinnert, ihn gelesen zu haben.
Die Beteiligten verweisen aufeinander, ohne Absicht: damals war es nötig, damals war es üblich, damals war es schnell. Die Erinnerung setzt aus genau an der Stelle, an der das Einverständnis hätte entstehen müssen.
Seitdem wird die Zustimmung mitgeführt wie ein Schlüsselbund, dessen erstes Finden vergessen ist. Sie klappert bei jeder Bewegung, beweist ihr Vorhandensein, ersetzt den Ursprung.
Wenn sie widerrufen werden soll, fehlt der Ausgangspunkt, von dem aus ein Widerruf Sinn hätte. Es bleibt die Zustimmung selbst, als Objekt, das niemand hergestellt hat.